BOUNCE - BON JOVI TRIBUTEBAND

BOUNCE Keyboarder Jojo Brunn

Woher kommt eigentlich der authentische Keyboardsound bei BOUNCE? Und warum hat der Mann hinter den Tasten so viele Vornamen? Das jüngste Mitglied der Bounce-family steht euch Rede und Antwort.

Frage: Hallo Jojo, das Vergeben von Spitznamen scheint bei Bounce fest dazuzugehören, wie man auf dem Introvideo in Solingen Anfang des Jahres sehen konnte - wie kommt's?

J.B.: Ich glaube, da wir ja keine Songs schreiben müssen, wandert die gesamte kreative Energie in andere Bereiche ab (lacht). Außerdem denke ich, dass es ein eindeutiges Zeichen für die gute Stimmung innerhalb der Band und im gesamten Team ist.

Jojo on Stage

Frage: Und Jojo kommt von...?

J.B.: Johannes! Ich hab' noch einen zweiten Namen, der ist aber - sagen wir mal - ein betriebsinternes Geheimnis.

Frage: Gut, dann wollen wir es dabei belassen. Wie bist du zu Bounce gekommen?

J.B.: Ende 2005 hatte ich in verschiedenen Musikerforen im Internet Anzeigen geschaltet - auf der Suche nach einer Top40-Band oder ähnlichem. Dann hat mich Jens angeschrieben: Die Wintertour stand vor der Tour und Sven Martin war als Keyboarder nicht mehr verfügbar. Von Sven hatte ich schon vorher gehört, war dementsprechend beeindruckt und hab zugesagt. Während dieser ersten Tour hab ich dann festgestellt, was für ein Glücksgriff das war, in dieser Truppe gelandet zu sein.

Frage: Du musstest dir also in kürzester Zeit das gesamte Set aneignen?

J.B.: Ja, das Material an sich war nicht das Problem - aber die Menge! Zumal ich vorher von Bon Jovi zugegebenermaßen nur eine handvoll Songs kannte. Das klingt jetzt bestimmt schockierend aber auch "Lay Your Hands" war mir damals neu.

Frage: Lay Your Hands - unglaublich. Apropos Set - welcher ist dein favourite Song?

J.B.: Definitiv "Something To Believe In". Den kannte ich vorher auch noch nicht, aber ich finde das ist ein unheimlich starker Song. obwohl die Instrumentierung recht minimal gehalten ist fehlt nichts und der Song hat trotzdem einen epischen Charakter.

Jojo on Stage

Frage: Den Glauben an die Band scheinst du ja definitiv zu haben. Ich hab gehört du kommst nicht aus der Gegend um Wülfrath sondern musst zu Proben und Gigs immer anreisen?

J.B.: Ja, ich lebe und studiere zur Zeit in Münster. Von dort bis zum Probenraum sind das gut 120km. Während der Fahrt stellt man sich schonmal entnervt Fragen wie "Warum tu ich mir das an?", aber spätestens beim Proben oder Live hat sich diese Frage dann wieder mehr als beantwortet.

Frage: Was studierst du in Münster?

J.B.: Ich studiere "Keyboards & Musicproduction" an der dortigen Musikhochschule. Das ist ein Bachelorstudiengang, welcher instrumentale Ausbildung, Audio- und Multimediaproduktion, Arrangement und eine pädagogische Ausbildung beeinhaltet.

Frage: Du möchtest also dein Hobby zum Beruf machen?

J.B.: Auf jeden Fall!

Frage: Dann ist Bounce bestimmt nicht dein einziges musikalisches Projekt?

J.B.: Nein, aber eines der wichtigsten. Ansonsten schreibe und produziere ich für mich und gelegentlich für andere Künstler und Bands, arbeite als Organist und gebe Unterricht. Außerdem versuche ich gerade in Münster eine Band aufzuziehen, ein Nachfolger meiner alten Band "famouslastwords".

Frage: Kommen wir zu deinem Setup – was benutzt du bei Bounce?

J.B.: Zur Zeit kommen eine Korg Triton Workstation und ein Yamaha CP-33 Stage Piano zum Einsatz.

Frage: Das war aber nicht immer so?

J.B.: Nicht ganz, anfangs habe ich mit dem Triton und einem Masterkeyboard von Fatar gearbeitet. Das Fatar hab ich dann verkauft und eine zeitlang nur mit dem Triton gespielt.

Frage: Und das reichte aus?

J.B.: Wenn man sich die Sounds geschickt programmiert, ja. Aber es ist ja halt schon ein Kompromiss in Bezug auf Soundqualität und Spielspaß. Am Morgen vor dem Unplugged Gig im "Jetzt und Hier" dieses Jahr hab ich mir dann das CP-33 gekauft, weil ich einfach wieder mehr Pianofeeling haben wollte.

Frage: Hast du irgendwelche Pläne, dein Setup zu erweitern?

J.B.: Ganz bestimmt! Ich hatte bisher einen Roland SP-404 Sampler für Einspielungen wie das Intro von „One Wild Night“ oder Effektsounds, der wird durch einen Laptop ersetzt werden. Außerdem habe ich vor einiger Zeit eine alte Korg CX-3 Orgel erworben, die ich aber bisher mangels einer Leslieemulation nicht eingesetzt habe.

Frage: Dann wirst du aber viel zu schleppen haben.

J.B.: Ich weiß, aber für Bon Jovi muss es einfach nach großer Rock'n'Roll Show aussehen. Es macht auch wesentlich mehr Spaß hinter einer solchen Keyboardburg. Im Grunde genommen ist es auch wieder eine Form von Minimalismus – man konzentriert sich nur noch auf wenige Sounds, versucht diese aber so perfekt wie möglich hinzubekommen.

Frage: Apropos Sounds - Ist es schwierig den Sound von David Bryan nachzuahmen?

J.B.: Ja und Nein. Ein paar Sounds wie z.B. im Intro von „Bad Medicine“ muss man sich halt einfach zusammenschrauben, der Großteil des Sets besteht aber aus Piano- und Hammondsounds – diese beiden authentisch klingen zu lassen sehe ich als Herausforderung.

Frage: Ok, fehlt noch die Frage nach deinem peinlichsten Bühnenerlebnis...

J.B.: Ich hab's geahnt. Letztes Jahr ist vor einem Gig beim Soundcheck das Triton abgeraucht und ich hatte kein Backup dabei. Panik! Also musste ich alles in kürzester Zeit neu programmieren...seitdem hab ich auch nie wieder mein Backup vergessen – und natürlich funktioniert das Gerät seitdem auch einfachwandfrei ;-).

Jojo on Stage

Frage: Murphy's Law ganz offensichtlich. Eine letzte Nachricht an die Leser?

J.B.: Ihr seid geil! (lacht). Ich find's einfach toll mit anderen Menschen meine Begeisterung für Musik zu teilen – sei es auf oder abseits der Bühne – danke!

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