BOUNCE - BON JOVI TRIBUTEBAND

BOUNCE Guitar special

... er ist offenbar in Besitz etlicher Sweatshirts aus dem Fanshop von Bon Jovis Frauenschwarm Richie Sambora... (Westdeutsche Zeitung 01/06) Wir sprachen mit BOUNCE Gitarrist Jens Rösel...

Frage: Jens, wie lange spielst du Gitarre?

J.R.: Mmmm, wenn ich genau überlege, müssten das mittlerweile fast 12 Jahre sein. Ich habe damals mit 14 Jahren die ersten ernst zu nehmenden musikalischen Gehversuche gemacht.

Frage: Wie lange beschäftigst du dich schon mit Bon Jovi bzw. Richie Sambora?

J.R.: Ich glaube den ersten Zugang habe ungefähr 1993 mit dem Keep the faith Album gekriegt. Damals galt Bon Jovi noch als Hard 'n Heavey Band, was in der Tat schwer mit meinen anderen damaligen musikalischen Vorbildern (DJ Bobo, 2 Unlimited etc.) zu vereinbaren war. Mit den Stilistiken von Sambora, den Solis u.s.w. beschäftige ich mich seit ca. 1997.

Jay on Stage

Frage: Was bedeutet BOUNCE für dich? Seit wann bist du dabei?

J.R.: BOUNCE ist für mich das einzige große aktuelle musikalische Projekt an dem ich beteiligt bin. Ich habe BOUNCE damals mit Oliver Henrich und Sven Martin gegründet. Damals hieß das Ganze noch Bon Jovi Revivalband. Bis uns dann auffiel, dass Bon Jovi ja noch gar nicht tot ist. (lacht)

Frage: Du wirst in eurem WDR Bericht als Bandleader vorgestellt. Sollte das nicht eigentlich der Sänger sein?

J.R.: Ja, das habe ich mich auch schon gefragt. Nein, im Ernst. Irgedeiner muss bei einem solchen Projekt die Fäden in der Hand halten. Dafür hängt mittlerweile einfach zu viel an dieser Produktion. Wir haben im Jahr allein Werbeausgaben von ca. 1000€. Es müssen etliche Telefonate geführt, Verträge bearbeitet und Locations gebucht werden etc. Gitarre spiele ich nur, weils kein anderer tut.

Frage: Gitarre spielen ist ein gutes Stichwort. Kannst du alle Sambora Solos spielen?

J.R.: Nein. Ganz klar nein. Ich könnte wahrscheinlich schon, aber ich bin jetzt nicht jemand, der sein ganzes Zimmer mit Richie-Postern zugekleistert hat und von morgens bis abends versucht dessen Songs zu kopieren. Wir haben lediglich gemeinsam mit der Band um die 30 Stücke herausgearbeitet, die wir natürlich versuchen so perfekt wie möglich zu spielen.

Frage: Stimmt das wirklich mit diesen Shirts aus dem Fanshop?

J.R.: Nein, das ist nicht wirklich so. Ich habe mir vor zwei Jahren mal bei einem offiziellen Fanshop das schwarze Sambora Shirt mit der roten Schrift gekauft. Da dies aber ein Tshirt war habe ich mir für einen Auftritt im Winter eine Kopie des Longsleves in rot bei Ebay ersteigert. Das weiße Longsleeve habe ich bei unserem Lieferanten extra anfertigen lassen. Auf der Rückseite ist außerdem unser Logo und der Schriftzug Tour 2005 / 2006 aufgedruckt.

Frage: Gibst du Gitarrenunterricht?

J.R.: Ja, zur Zeit habe ich einen Schüler.

Frage: Was macht das Besondere an deinem Gitarrenspiel aus?

J.R.: Nun, ich weiss gar nicht ob es was besonderes gibt... Ich versuche halt die Sachen so sauber und so nah am Original wie möglich zu spielen. Ich verwende dabei allerdings möglichst hochwertige Komponenten und Intrumente.

Frage: Verwendest du Sambora Signature Gitarren?

J.R.: Ja logo! Im Moment habe ich drei Modelle in meinem Rack, von denen aber eins schnellst möglich verkauft wird.

Jay Equipment

Frage: Verwendest du Sambora Signature Amps?

J.R.: Definitiv nein! Ich bin ja kein Rechtsanwalt oder Zahnarzt. Obwohl son Fenderstack würde sich mit Sicherheit gut in unserer Backline machen. Nein! Ich verwende ein Racksystem, welches auf einer Marshall MR 9200 und einem guten alten JMP1 beruht. Wobei, ich könnte fast wetten, dass Richie das Zeug auch irgendwann mal eingesetzt hat.

Frage: Kannst du uns eine Übersicht über dein aktuelles Lineup geben?

J.R.: Ja, aber klar doch.

Gitarren

  • 93er Fender RS Custom Shop Strat Sunburst
  • 2001er Fender RS Custom Shop Strat White
  • 1997er Fender RS Mex Strat (modifiziert)
  • KRAMER Jersey Star Reissue
  • Gibson Les Paul Std Triburst
  • Ovation Celebrity Std. Double-Neck
  • Ovation Celebrity Std.

Amps / Effekte

  • Marshall MR 9200 Power Amp
  • Marshall Lead 1960 4x12 Cabinetts
  • Marshall JMP 1 Preamp
  • Rocktron Intellifex Online
  • DigiTech DSP 2101 (Backup)
  • Korg DTR 1
  • Shure UC True Diversity UHF System
  • Talkbox (Dunlop Heil)
  • Morley Bad Horsie II Wah
  • Morley Little Aligator Volumepedal
  • Boss TR2 Tremolo
  • GCX Ground Control Pro

Frage: Auf der Bühne sieht man hinter dir immer so einen riesen Turm mit einem Marshall Topteil. Der ist hier nicht zu finden?

J.R.: Jaha! Ein bisschen Show muss sein! Was man sieht, ist meine 4x12er Box, und der Rest ist Ollis Zeug.

Frage: Das heißt, du benutzt demnach einen klassischen Halfstack?

J.R.: Jab! Genau so ist das. Es sind zwei abgeschrägte Boxen, die übereinander stehen und oben drauf steht Ollis Topteil. Sprich zwei Halfstacks übereinander. Wenn wir vor Ort noch irgendwelche 4x12er Boxen finden stellen wir sie einfach dazu! Mehr Power!!!! (lacht wieder) Nein, aber im Ernst. Wir betonen immer wieder, dass wir auch viel fürs Auge bieten. Und da macht so ein klassischer Marshallstack doch ne ganze Menge her.

Floorboard

Frage: Spielst du mono oder stereo?

J.R.: Das ist eine gute Frage. Auf Grund der Talkboxschleife bin ich dazu gezwungen den Amp stereo zu fahren. Ich schick allerdings nur ein Signal über ein SM57 in die Stagebox. Der zweite Kanal wird beim aktivieren der Talkbox stumm geschaltet. Bei deaktiviertem Zustand dient er mir als Stagemonitor von hinten.

Frage: Man sieht dich immer mit InEar Stöpseln auf der Bühne. Brauchst du da überhaupt einen Stagemonitor?

J.R.: Richtig. Seit 2 Jahren gehe ich nicht mehr ohne InEar Monitoring auf die Bühne. Ich habe damals so massive Probleme mit meinen Ohren gehabt, das es einfach nicht mehr ohne ging. Mitlerweile habe ich mich daran gewöhnt. Es ist echt ein Luxus, den ich nicht mehr missen möchte. Den Stagemonitor habe ich aber (zum Leidwesen von Stevie unserem Mischer) immer noch auf der Bühne stehen, da die Batterien des InEar - Empfängers recht unvorhersehbar ausfallen können.

Frage: Man sieht bei euren Auftritten immer jemanden, der euch die Gitarren angiebt. Ist das auch nur ein Showeffekt?

J.R.: Ja klar, das ist der Yogi. Es ist natürlich nicht ganz abzustreiten, dass das ein bisschen übertrieben luxoriös rüber kommt. Es gibt aber auch sehr gute Gründe, warum wir dies nicht mehr missen möchten. 1. haben wir bei einer Show rund 10 Gitarren im Gepäck, die (vor allem bei open air Veranstaltungen) immer gestimmt sein wollen. Das es eher peinlich wirkt, wenn man vor Dead or Alive erst mal alle 18 Saiten der Ovation durchstimmt, brauch ich wohl keinem zu erzählen. Der Gitarrenwechsel in diesem Stück vor dem Solo ist auch so ein Argument, warum der Git-Tech hier richtig Sinn macht. Von daher bringt diese Position uns mehr Nutzen, als das es ein Showeffekt wäre.

Frage: Was war dein peinlichstes Erlebnis auf der Bühne?

J.R.: War ja klar, dass diese Frage jetzt wieder kommt. Also der Knaller war, als ich vor 2 Jahren bei einem Konzert wild posend auf einer (PA-Box!) das gesammte Bed of Roses Solo einen Halbton zu tief gespielt habe. Das war zu einer Zeit, wo ich noch kein InEar Monitoring besaß. Es ist schon beeindruckend, was einem den Rücken runter läuft, wenn man am Ende des Solos bemerkt, dass man sich die ganze Zeit in C#-Moll statt D-Moll befunden hat. Hammer! Ich glaube die 400 Zuschauer haben sich ähnlich schlecht gefühlt wie ich.

Frage: Was machst du beruflich und wie viel übst du daraus resultierend noch?

J.R.: Ich arbeite als Programmierer in einen IT Unternehmen. Auf Grund der langen Arbeitszeiten bleibt leider nicht viel Zeit. Ich versuche aber mich jeden zweiten Abend noch eine halbe Stunde hinzusetzen. Früher, zur Abiturzeit waren das schon mal 3-4 Stunden täglich.

Frage: Stimmt es, dass du im Prüfungsausschuss der IHK als Prüfer tätig bist?

J.R.: Ja, ich habe vor einiger Zeit einen Ausbilderschein bei der IHK gemacht. Seitdem bilde ich in unserem Hause aus und prüfe auch für die Kammer Düsseldorf.

Frage: Welches ist für dich der anspruchsvollste Bon Jovi Song?

J.R.: Die Frage ist nicht schwer zu beantworten. Dry County natürlich. Es ist immer wieder eine Herausforderung das Stück live zu spielen. Sambora bedeutet immer 80% Feeling 50% Technik. Bei Dry County wird 2 mal 100% verlangt.

Vielen Dank für das ergiebige Gespräch und alles Gute für die Zukunft.

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