BOUNCE - BON JOVI TRIBUTEBAND

Tom's Tour Tales (Teil 8)
Dieter, Rotwein, Kümmerling und der tiefe Osten

525km liegen vor uns. Jay hat mich tags zuvor noch eindringlich, ich würde sogar fast sagen auf das Eindringlichste daran erinnert, das 2. Hörbuch von Dieter Bohlen auf den I-Pod im Bus zu packen. Gesagt, getan.

Nun geht es also los und schon auf der A46 in Wuppertal lachen wir uns mit Dieter schlapp über seine Erlebnisse mit Hartmut Engler, seines Zeichens Sänger von Pur. Man kann ja über DSDS-Dieter sagen was man will, aber er unterhält! Interessant ist, dass niemand außer Harald Juhnke, Nena und Daniel Küblböck ansatzweise gut wegkommt in diesem Hörbuch. Die Fahrt ist jedenfalls wie im Flug vergangen und wir haben uns 1a amüsiert. Daher hier die Empfehlung aus dem Blog!

DDR Reliquien Bei Jena kommt die Frage vom Beifahrersitz: „Äh – sind wir schon über die Grenze… Also ich meine, da wo früher mal die Grenze war…hüstel?“…. Jaja, Bounce das allererste Mal im Osten der Republik, da kommen schon mal komische Fragen auf.

Und Hunger! Schließlich kommen wir an einem Autohof vorbei, wo laut Hinweis-Schild ein SUBWAY zu finden sein soll. Irgendwie geht aber was schief und so finden wir uns in einem Truck-Stop wieder, der auf den ersten Blick ein 1a Schrottplatz-Ambiente mit Außen-Terrasse bietet – klasse. Drinnen begrüßen uns T-Shirts mit fragwürdigen Aufdrucken und DDR huldigenden Relikten der NVA.

„Kamera aus – wenn das der Chef sieht…!“ kommt es auch schon drohend von der Bar… Au weia! Draußen sieht man dann auch neben NVA-Planierraupe und Schützenbunker bei genauem Hinsehen immer mehr militärische Relikte.

Ost-Stapler Olav begnügt sich etwas angepikst mit nem Kaffe, genau wie ich. Jay, Ohh und Jojo schien das Ambiente nicht daran zu hindern, trotzdem ne Thüringer mit Pommes und Bier zu bestellen… Als der der besagte Chef einen betrunkenen osteuropäischen LKW-Fahrer sehr rabiat vom Grundstück vertreibt, ist allen klar: Ein Idiot treibt hier sein Unwesen..

Pünktlich rollen wir schließlich auf den Hof vor dem Restaurant des Felsendom. Eine feine, wenn auch kleine Bühne und zwei Techniker erwarten uns bereits. Schnell haben wir aufgebaut und den Sound-Check erledigt. Die Techniker scheinen zu wissen was sie tun und das beruhigt schon, schließlich ist unser Stevie diesmal nicht mit von der Partie…

Charly verabschiedet sich kurz. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, unseren treuen Kasseler Fans persönlich den Weg zur Pension Otto zu zeigen.

Es gibt Essen. Thüringer Braten, Klöße und Sauerkraut. Für mich mit Rotwein, für die anderen Bier. Lecker! Gefühlte 30x taucht die Kellnerin auf und fragt nach „für die Küche“, wann denn das letzte Essen serviert werden darf. Charly und Abteilung Kassel lassen sich Zeit und so dreht die eifrige Serviererin noch einige Warteschleifen mehr.

Eiweis-Bombe Nach dem Essen will ich mir noch mein Eiweiss-Pulver genehmigen und versaue erstmal unter schallendem Gelächter der anderen den Tisch – das Wasser war mit Kohlensäure, es schäumt und schäumt und hört gar nicht mehr auf.. Mist.

Es geht auf die Bühne. Mein mittlerweile drittes Gläschen Rotwein stelle ich in mein Bass-Case, links neben der Bühne. Los geht’s - alles easy, Sound ist gut, wir rocken, wenngleich vor etwas wenig Publikum. Uns scheint das irgendwie nicht zu kratzen, denn schließlich kennen wir ja sehr viele der Anwesenden mittlerweile mit Namen und außerdem ist die Band heute irgendwie so locker drauf wie selten. Es rollt und groovt, dass es Freude macht. In einer Spielpause nippe ich an meinem Weinchen und stelle ihn erneut zurück ins Basscase…

Langsam kommt das Publikum in Schwung, vorn schließen sich die Lücken immer ein wenig mehr. Olli und Jay spielen als Duo Misunderstood und so sitzen wir anderen gemütlich und lauschen mit und nippen natürlich wieder an den Getränken. Bevor es weitergeht, lasse ich das Gläschen natürlich noch mal ordentlich auffüllen.

Tom mit Pudel-Rotweinblick Irgendwo bei „Wild in the Streets“ fällt mein Cowboy-Hut vom Rand des Bass Case herab. Plöpp. Tschüss und weg. Denk nicht weiter nach, bis ich nach meinem Gläschen Wein greifen will. Plöpp – ebenfalls verschwunden. Gibt’s doch nicht! Mist, wo ist der Wein denn hin? Ganz unten, also so weit unten, dass da das Bühnenlicht schon nicht mehr hineinfindet, erkenne ich die Umrisse des Hutes in meinem Case. Dieser steckt umgedreht im Rack.

Da wo später eigentlich mein Kopf rein soll, steckt nun ein Weinglas drin – ebenfalls umgekehrt. Ach du Scheixxx!!! Meine Konzentration ist für den Rest des Stückes ganz wo anders und so bin ich froh, dass wir eine Pause machen. Unter großem Gelächter der anderen schleppe ich meine Hut nach draußen und gieße den Rest Wein in die Büsche. Interessant, der Hut hat absolut dicht gehalten, kein Tropfen Wein ist in das Rack hineingekleckert! Cowboyhüte – echt absolut unterschätzt! Wieder drinnen gehe ich kurz den Hut von innen trocken legen und das Weinglas wieder etwas nachfüllen. Irgendwie lustig heute!

Da wir direkt nebenan übernachten, braucht diesmal niemand mehr zu fahren und das nutzt die Band hier und jetzt scheinbar aus – in sprichwörtlichen vollen „Zügen“.

Synchron Kümmerling Trinking So performen wir auf der Bühne nicht nur musiklisch, sondern auch mit Show-Einlagen wie dem synchronen Kümmerling-Trinken, ohne die Hände zu benutzen. Das verdutzte Publikum bekommt von einem sehr gelösten Jay ein Interview mit Olli geboten: „Was sagen Sie als Betroffener zum Thema Sex mit Fröschen?“ Ich glaub’s nicht…und nippe an meinem Rotwein. Als Dank finden weitere Runden Bier und Kümmerling und immer ein weiteres chices Glas Rotwein den Weg zur Bühne.

Beim Intro zu „Let it Rock“ (= Keyboard-Solo) vergreift sich „Easy“-Jay erstmal an dem ominösen Joystick am Keyboard und verbiegt dem geschockten Jojo die Töne. Dann geht’s auch schon weiter und Jojo schüttelt ungläubig den Kopf.

Irgendwann steht plötzlich ein begeisterter Veranstalter neben uns auf der Bühne, der sich in breitem Sächsisch sich dafür entschuldigt, dass so wenig Zuschauer anwesend seien und lädt uns ein, im nächsten Jahr auf dem großen Open-Air als Headliner aufzutreten…. Das gab es so auch noch nicht. Alkohol – der Weg zum Erfolg? Undenkbar, oder?

Was sagen sie zum Thema... Wir trinken uns weiter durch die Zugaben und als ich mich zu Olli umdrehe, singt er doch bei „Keep the Faith“ in seine Rasseln, die er in der rechten Hand hält, während er mit der Linken so komisch herumwackelt…. Das ist einfach zuviel! Lachend breche ich fast auf der Bühne zusammen, Olli sieht das und kann vor Lachen auch nicht mehr weitersingen…. Die Zuschauer haben zum Glück entweder genauso viel intus oder Humor wie wir und lachen mit.… Was für ein Auftritt. Denke kurz an den neuen Pressetext von wegen „professionellem Anspruch“ und blablablubb und grinse in mich hinein.

Anmerkung: Mittlerweile haben wir Bilder gesehen und ich für meinen Teil war echt betreten. Beim nächsten Gig werden wir wieder deutlich weniger trinken, so viel sei an dieser Stelle versprochen und „irgendwer“ in Solingen hat jetzt ganz, ganz viel Beweismaterial und somit sind wir eine Art erpressbar geworden ;-) „Gudrun“ - hab Erbarmen!!!

Nachdem Gig wie immer noch nette Gespräche hier und da mit dem Publikum, mit bekannten und unbekannten Gesichtern… Hey, die Sachsen sind echt super offen und nett!

Dann werden die Jungs von der Technik unruhig, denn sie müssen ja noch zurück nach Leipzig. Rotwein-selig erzähle ich den ungeduldigen Technikern, was Leipzig doch für eine tolle Stadt sei, schließlich habe meine Schwester da ja mal gelebt, obwohl nicht lange, denn sie sei ja schwanger und wieder zurück usw. und so fort…Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass die Jungs ihre Stadt besser kennen, also halt ich schnell (ich hoffe es jedenfalls im Nachhinein sehr) die Klappe und baue mein Geraffel ab.

Bounce am Limit Als der Hänger beladen ist, wird uns unser Domizil präsentiert. Direkt nebenan liegt das „Hochzeitshaus“ und wir schlafen auf Stroh. Wir wurden zwar von den Leipziger Technikern gewarnt, aber die Betten mit ihren Strohmatratzen sind total gemütlich! Aber vorerst müssen die noch warten, denn die Jungs haben sich noch Bier und ich mit noch nen Gläschen Rotwein mit in die Hütte gerettet. Olav und Jay verschwinden. Wir gucken noch Bilder von Jojo, als er noch jünger war ;-) Dann zieht es uns auch in die Federn, Verzeihung, auf’s Stroh.

Am nächsten Morgen erwartet uns Sonnenschein und ein Blick aus dem Fenster offenbart sächsische Idylle. Schön hier!

Beim Frühstück ziehen wir Bilanz: Wir kommen wieder – sehr, sehr gern; für diese Leute und die Location hat sich die Anfahrt gelohnt – definitiv!

Euer Tom

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