BOUNCE - BON JOVI TRIBUTEBAND

Weil es sich immer wieder lohnt...

(Vielen Dank an B. Langguth, C. Nietzschmann und T.Masuhr für die Fotos!)
Nach jeder Menge Stress in der Arbeit und einem verpassten Elevate Wochenende hocke ich endlich mal wieder im Zug auf dem Weg Richtung Westen, Ziel Wülfrath und bis Helmstedt läuft es relativ pünktlich.

Bis Braunschweig gehts im Bummelzugtempo, Baustelle und/oder ein defekter Güterwaggon vor uns. Den endgültigen Stillstand gibts dann im Bahnhof, Streckensperrung wegen einer verwirrten Person in den Gleisen, O-Ton laut Durchsage.

Das Dynamsiche Duo in Evi's BistroAber noch während die Leute um mich herum über eventuelle Hubschraubereinsätze zum Einfangen solcher Zeitgenossen debattieren, geht es weiter.
Die knappe halbe Stunde Verspätung bis Hannover relativiert sich dort durch eine Pufferzeit von fast zwanzig Minuten, meinen ICE-Anschluss bekomme ich allerdings nicht mehr und so muss mich dieser Bummel-IC bis Wuppertal schaukeln.

Neben mir nimmt ein Herr mit Schweizer Zeitung Platz, natürlich ohne zu ahnen, dass er mich damit sofort neugierig macht und so kommen wir locker flockig ins Gespräch über mein persönliches Paradies und die Bahn. Er arbeitet auf Schweizer Seite just in diesem Unternehmen. Unser Zug holt den Rest Verspätung auf, die Zeit vergeht wie im Flug und wie ich mich schon zum Aussteigen auf den Weg mache, stehen wir plötzlich in Oberbarmen.

Ortskundige wissen, dass dort zwar die Wuppertaler Schwebebahn ihren Bahnhof hat, ein IC fährt aber für gewöhnlich durch. Nicht so diesmal, denn wir werden mit einer heute schon bekannten Durchsage aufgehalten... Personen im Gleis, Polizeieinsatz. Es fehlt diesmal nur das Atribut verwirrt. Was zum Geier ist dieser 30.April? Nationaler Schienenwandertag? Ich hadere einen Moment, entscheide mich dann aber doch auszusteigen und während ich vorm Bahnhof noch auf ein Taxi warte, fährt der Zug weiter... und tschüss.

Leider gerate ich an einen unkompetenten Taximann, der mir keine Preisauskunft bis Wülfrath geben kann. So kommen wir nicht ins Geschäft und ich lasse mich am Hauptbahnhof absetzen.

Olli und TomDer Bus meiner Planung ist inzwischen ohne mich abgefahren, also heisst es warten bzw. nach einer Alternative suchen. Haltestellen gibt es viele, in meine Richtung fährt laut Plan nur stündlich was. Also wende ich mich Hilfe suchend an den nächstbesten Busfahrer und so findet sich die erste Reisemöglichkeit in 45 Sekunden mit Weg über gefühlte 50Stufen und 30m Tunnel. Ich nehme die zweite Alternative in 20 Minuten. Bis dahin melde ich meiner Mum die gesunde Ankunft im Westen und meiner Vermieterin in Wülfrath die Verspätung. Auf dem Fussweg vom Bus zur Pension atme ich kurz mal tief durch und wehre mich ein Bisschen gegen die Frage in meinem Kopf, warum ich mir diesen Stress immer noch geben muss.

Ich werde super freundlich empfangen und bekomme ein feines Zimmer in einer Kellerwohnung. Es geht einmal ums Haus durch den angrenzenden Garten und ich bekomme gleich noch die komplizierten Lichtschaltungen für mein nächtliches Heimkommen erklärt.

Netter Weise bietet mir die Dame ihren Fahrservice zu Evi´s Bistro an, was ich angesichts der fortgeschrittenen Zeit gern in Anspruch nehme, ich brauche nur einen Moment zum Umziehen, dann kanns los gehen.

Auf dem kurzen Weg muss ich erklären, was ich mir da anschauen will und natürlich kommt die Frage, ob ich nur dafür den ganzen Weg auf mich genommen habe. Es gibt in Wülfrath tatsächlich jemand, der Bounce nicht kennt und ich begründe, dass sich der Weg lohnt, weil es halt zwei Events gibt. Morgen geht es ja nach Mettmann.

Die Bounce CommunityHeute erstmal Das Dynamische Duo in Wülfrath und am Eingang empfängt mich der gut aufgelegte Charlie mit der Info, dass ich nur den ersten Song verpasst habe. Heisst aber auch, dass die Jungs ne Viertelstunde vor Plan lt. Netz angefangen haben. Damit kann ich leben. Ein paar bekannte Gesichter entdecke ich auf dem Weg zur Bar und dann suche ich mir rechts ein gemütliches Plätzchen. Einige Munuten später gesellt sich Tanja zu mir, sie ist auch gerade eingetroffen. Gemeinsam geniessen wir zwei Fünftel Bounce live, unplugged und mit ganz viel Spass. Vom Publikum animiert spielen sie neben den grössten Rocknummern der Geschichte auch so böse Sachen wie Atzenmucke.

Die letzten zwei Tage in der Arbeit musste ich die Partymusik einer Boutique-Neueröffnung ertragen, mein Trommelfellkrebs bewegte sich also schon im fortgeschrittenen Stadium und nun geht doch diese Körperverletzung tatsächlich weiter. Ich versuchs auszuhalten und futtere dabei ein lecker Baguette. Mitsingen, nee, nee, das können meinetwegen die Partypeople, ich nicht, so sorry. Hab ja auch nix gegen Party und bei der Sportihymne auf unsere Kicker am Kap der guten Hoffnung kann ich dann wieder mitjodeln. Da erwacht mein altes Fanherz zum runden Leder!

Was mich immer wieder von Neuen erstaunt... Oli! Der Kerl kann ALLES singen und wenn ich sage... ALLES... nicht nur sein Textwissen scheint schier grenzenlos, nein, auch die Stimme ist sowas von flexibel! Probierts bei der nächsten Gelegenheit mal aus, Augen zu bei Bonbon aus Wurst oder Fairytale gone bad oder Cats in the Cradle oder wo immer ihr das Original gut kennt und ihr werdet Euch fühlen, wie im Konzert des Originals. Bis vor wenigen Monaten noch völlig undenkbar, der zweite Duoteil kann auch singen. Wir wisssen es längst, unfassbar genial und diesmal gibt es sogar den Mikrowechsel für einen Doppelpack, hier kommt (Jens) Alex und Made in America. Kann das mal bitte fest ins Programm genommen werden? Bitte Jeans!!

Mettmann bei Nacht Nach fast 5Stunden (in Worten FÜNF Stunden) Programm ohne Pause(!) ist Ende und ich weiss wieder ganz genau, warum ich den Weg auf mich genommen habe. Keine Frage übrig. Jetzt ist erstmal Zeit, den vielen Bekannten hallo zu sagen und nach ner Runde Smalltalk bietet mir Tanja an, mich in meine Pension zurück zu fahren, was ich dankend annehme, ich bin sterbensmüde und will relativ früh am Morgen wieder los.

Meine Vermieterin überrascht mich beim Bezahlen noch mit einem kleinen Zeitungsausschnitt vom morgentlichen Wülfrather Tageblatt mit einer Ankündigung von BOUNCE in Mettmann. Sie hats mir gleich kopiert, super freundlich! Ich bedanke mich brav und fahre mit dem ersten Bus nach Düsseldorf und lese in einer sms, dass meine Verabredung leider ins Wasser fällt und so spaziere ich alleine Richtung Altstadt und frühstücke in aller Gemütlichkeit am Rheinufer. Irgendwie kann ich die Ruhe und die Sonne und die gute Musik vom letzten Abend im Herz gerade so richtig geniessen und die Gedanken an den Ärger der letzten Woche werden Null und Nichtig! Dem Duo sei Dank!

Wer mich kennt weiss, dass mein Fanherz ein grosses ist und sich längst nicht nur auf eine Band beschränkt. Bevor ich nach Mettmann zu Bounce fahre, hocke ich mich deshalb auch noch für zwei Stunden in ein Internetcafe und klicke ne Runde für Elevate.

Mettmann ist dann schnell erreicht. Man könnte glatt ein Wenig neidisch auf die kurzen Wege werden, die man in NRW-Land hat...

An der S-Bahn Haltestelle hängt ein grosser Stadtplan und zum Jubiläumsplatz ist es ein Katzensprung. Dort steht die Bühne und dahinter ein Kinderkarussell. Später kommt jemand von unserer Fangemeinde auf den Gedanken, man müsste das Ding bei Wanted entern. ...a steel horse I ride... und wir wollen alle aufs Moorhuhn! Bei einem Kaffee in der Konditorei nebenan beobachte ich, dass die Kids den Nachmittag über die Autos zum Rundenfahren bevorzugen. Noch ist kein bekanntes Gesicht zu entdecken. Als die Jungs auftauchen, darf ich dankender Weise mein Gepäck im Bus unterbringen und dann gehts auf einen weiteren Milchkaffee nochmal in den Laden hinter Bühne und Karussell.

Jay in Mettmann Alsbald ist Zeit zum Busauspacken und Bühnenaufbau. Man hat längst festgestellt, dass die Bühne doch tatsächlich schief steht und ich muss grinsen, als Jens kurzerhand mit einer Wasserwaage für einen ausgeloteten Platz für Olav sorgt. Perfektion ist eben immer oberstes Gebot, *zwinker*, für die Standsicherheit ist also gesorgt. Purzelnde Drumsets sind wirklich nicht so toll, das hatte ich auch schon aber nicht bei Bounce...

So ganz langsam trudeln die Leute ein und obwohl ich skeptisch zur Uhr schaue, sind die Jungs mit den Vorbereitungen pünktlich fertig und starten ihre Show Schlag 19Uhr! Hallo Mettmann! Der Jubiläumsplatz rockt! Umwerfende Zwischenfälle bleiben aus. Moment... Olavs Solo ist heute irgendwie ein Bisschen mehr als sonst und Tom gibt ne Bläsereinlage, nachdem er sich eine Kaugummitröte bei einem Kiddi ausborgt. Eine höchstens Dreijährige stiehlt dem Oli bei Lay your Hands on me fast die Show, als sie die vier Worte richtig verständlich ins Mikro haucht, einfach entzückend! Weniger chic finde ich den Moment, als sich die Securitys abwechseln und mir plötzlich so ein mittlerer Schrank die Sicht auf Jens´ Gitarre versperrt. Ich bin froh, dass das Alphamännchen nicht so lange stehen bleibt wie sein Vorgänger.

Am Ende ist mir aufgefallen, dass Bounce mal wieder an der Setlist geschraubt haben und einige Leckerli ins Programm gerutscht sind. Der Dreierpack mit Dry County, Born to follow und Bad Medicine (?) kommt mir vor wie ein lecker Käse mit Loch... warum? Was haben die Jovis früher für geile Mucke gemacht und heute jodeln sie solchen Popkram. Die eingefleischten Fans mögen mir verzeihen, wenn meine Ohren da zu kritisch hinhören. Bounce können alles und es ist nur loyal, dass sie das komplette Zeitalter der Jovis bedienen! Meine Lauscher klappen lediglich bei der Wiederholung einer "Hymne" vom Vorabend wieder in totalen Streikzustand.

Diesmal geht die Show geschlagene drei Stunden und da muss man erstmal hin kommen! Acht Stunden in zwei Tagen und das mit Können und Gefühl und Spass und Engagement und für mich kommt es genau so runter, wie sie es tranportieren wollen. Wir spielen für Euch! Es ist angekommen, die Herren, Danke dafür!

Meine Nacht verbringe ich diesmal bei Jana und ihren süssen Stubentigern in Wermelskirchen, viel Schlafen wirds nicht, warum auch, wenn man sich so schön unterhalten kann! Ich werde am Morgen sogar noch zum Bahnhof gefahren. Gerne würde ich mich bei Gelegenheit revanchieren, wenn mal was bounciges im Osten passiert. Everybody welcome!

Die Rückfahrt ist diesmal Schienen-Wanderer-frei und pünktlich! Nein, ich muss nicht mehr darüber nachdenken, warum ich es doch immer wieder auf mich nehme... BOUNCE sind es wert, da beisst keine Maus einen Faden ab! Und wenn das Beamen erfunden ist, dann holen wir Jon&Co mal vor die Bühne der Jungs aus Wülfrath!

Bis dahin feiern wir BOUNCE ein weiteres Mal in Kassel und ich freu mich schon riesig auf die singende Stadt in Hessen! Lasst Euch das um keinen Preis der Welt entgehen! Erpelpelle in Stachelschweinausmaß garantiert!

Wir sehen uns an Pfingsten!

Steffi

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